Die letzten Jahre im Mai waren dem Pilgern gewidmet. Ich habe festgestellt, dass mich das Gehen in der Natur zu mir selbst bringt, mich in meine Mitte kommen lässt und mich manche Dinge des täglichen Lebens anders sehen lässt.
Auch heuer sollten wieder 9 Tage Franziskusweg eine kleine Auszeit von den emotionalen Stapazen dieser letzten Monate sein…. aber der Mensch denkt und Gott lenkt.
Unser Auto muss zur Reparatur und wird nicht so schnell wieder fahrtüchtig sein!
Jetzt kann ich mich grün und blau ärgern, dass meine geplanten Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt werden können, oder ich freunde mich mit dem Gedanken an, dass in diesem Jahr etwas anderes ansteht.
Immer wieder begegnen mir Situationen, die von mir verlangen, dass ich nicht an Vorstellungen festhänge, sondern bereit bin, Altes und Gewohntes über Bord zu werfen und mich dem Neuen vertrauensvoll hinzugeben.
In Anbetracht einer geplatzten Urlaubsreise klingt das jetzt unsensibel all diesen Menschen gegenüber, die mit wirklichen Problemen konfrontiert sind. Das sehe ich auch so und es geht mir jetzt gar nicht um die Wanderung, die ich nicht in Mittelitalien auf den Spuren des heiligen Franziskus machen kann. Nein! Es geht darum, sich dem Leben anzuvertrauen und zu wissen, dass es das Leben immer gut mit dir meint.
Meine letzten Jahre habe ich so gelebt und ich bekam immer die Rückmeldung über meine Seele und mein Herz, dass ich mich fallen lassen kann. Je mehr ich mich dem Strom hingebe desto weicher werde ich und noch immer bin ich mit einer Situation, mit einer Erkenntnis oder mit einer Gewissheit belohnt worden.
Also, warum nicht auch jetzt! Ich muss die Entspannung in mir finden und ich kann meinem „inneren Wetter“ sowieso nicht davon laufen. Ganz egal, wo ich mich auch befinde, es begleitet mich und holt mich immer wieder ein.
Etwas Abstand vom Alltag tut immer gut! Aber es werden heuer nicht die Toscana und Umbrien sein. Die steirischen Almen mit ihren wunderschönen Wiesenteppichen und ihrem saftigen Grün werden mich für Italien entschädigen. Und diese Erfahrung habe ich bis jetzt noch immer gemacht: Ganz egal, was passiert: Nichts geschieht ohne Grund und alles hat einen Sinn. So also auch die Repartur unseres Autos.
Es geht ja nicht in erster Linie um den Ort, an dem man pilgert sondern um die innere Einstellung und ums „Franziskusempfinden“, welches mir so wichtig ist und mich so sehr bereichert und erfüllt.
Ein Franziskusgedanke:
„Meine Kathedrale ist die Natur und die in ihr lebenden und fühlenden Wesen.“
Er hat so gelebt, der heilige Franz! Er hat den Sonnengesang verfasst zum Lob Gottes und zum Dank und zur Ehre an ihn und über seine Geschenke an uns Menschen: das Feuer, den Wind, die Sonne ……., ja, sogar den Tod!
Ich möchte mich immer an den Zauber und die Schönheit der Natur erinnern, es nicht als selbstsverständlich erachten und über die Alltagshektik und das Eingebundensein ins Rad des Tuns darauf vergessen.
Ein Satz bei meinen geführten Meditationen von Dr. Joe Dispenza lautet:
„Kannst du deinen Körper emotinal lehren, wie es sich anfühlt, staunend vor der Schöpfung zu stehen und das Mysterium des Lebens zu bewundern? Wie würde sich das wohl anfühlen?“
Das möchte ich meinen Körper immer und immer wieder lehren! Dazu brauche ich aber die Ruhe der Abgeschiedenheit und die Auszeit, die ich mir selbst gönne und erlaube.
Belohnt werde ich mit dem Frieden in meinem Herzen und der Freude über das Sein – über mein Sein und das all meiner Lieben, die um mich sind.
Daraus schöpfe ich die Kraft für Neues, Alltägliches und fürs Da sein für andere.